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Friedrich Bödecker

Friedrich Bödecker wurde am 22. Juli 1896 in Bockenem am Harz geboren.

Nach der Volksschulzeit begann er die Ausbildung zum Volksschullehrer in der Präparande in Hannover. Sie wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen und danach erst 1920 beendet. Noch in diesem Jahr wurde er Lehrer einer einklassigen Dorfschule in Bremen.

Sein großes Interesse galt dem Lesen. Als engagierter Lehrer bemühte er sich, seine Begeisterung für Bücher auch auf seine Schülerinnen und Schüler zu übertragen. Er baute eine Schulbücherei auf und kam so in Kontakt zum Volksbüchereibund und den Vereinigten Jugendschriften-Ausschüssen der Lehrerschaft. In diesen Ausschüssen trafen sich damals “genau wie heute noch“ engagierte Lehrerinnen und Lehrer, um aus dem Angebot der Neuerscheinungen empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher auszuwählen. Bis 1933 war Friedrich Bödecker in einem solchen Ausschuss aktiv tätig. Als die Vereinigten Jugendschriften-Ausschüsse dem nationalsozialistischen Lehrerbund angegliedert wurden, trat er mit anderen Gleichgesinnten aus.

Erst 1946 nahm er die Beurteilungsarbeit von Kinder- und Jugendbüchern wieder auf. Dazu gebeten hatte ihn der Leiter der Vereinigten Jugendschriften-Ausschüsse (VJA) John Barfaut. Gleichzeitig wurden ihm die Arbeit der VJA in Niedersachsen und der Vorsitz des Landesverbandes übertragen. So entstanden nach dem Kriege bis zu seinem Tode 23 Jugendschriften-Ausschüsse in ganz Niedersachsen. Sie reichten von Norden in Ostfriesland bis nach Göttingen und allen leitete Friedrich Bödecker seine Beurteilungen zu. Zudem veranlasste er entsprechende Empfehlungen von Kinder- und Jugendbüchern in amtlichen und privaten Zeitschriften und Zeitungen.

Von 1950 bis 1952 wurde er an das Kultusministerium abgeordnet mit der Aufgabe, in den acht Regierungsbezirken des Landes Niedersachsen jeweils eine Wanderausstellung für die Schulbüchereien zu organisieren und entsprechende Fachtagungen durchzuführen sowie neue Ideen zur Leseförderung zu entwickeln. So versuchte er erstmals das, was auch heute noch den Schwerpunkt der Arbeit der Friedrich-Bödecker-Kreise ausmacht: Autoren lesen und sprechen mit Schülern.

Der plötzliche Tod Friedrich Bödeckers im April 1954 bewirkte, dass die kurz vorher gegründete Arbeitsgemeinschaft Buch, Film und Fernsehen, am 1. September 1954 von den Mitgliedern in Friedrich-Bödecker-Kreis umbenannt wurde und ihre Tätigkeit unter seinem Namen fortsetzte.

Nunmehr leitete sein Sohn Hans Bödecker alle literatur- und lesefördernde Projekte, die Kindern den Weg zum Lesen erleichtern und den Zugang zum Buch ebnen sollen. Seit 1964 war Hans Bdecker der erste Vorsitzende des Friedrich-Bödecker-Kreises in Niedersachsen und seit 1980 der Bundesvereinigung der Friedrich-Bödecker-Kreise und blieb dies bis zum Jahr 2002.

Seitdem leitet seine Tochter Insa Bödecker, Enkelin Friedrich Bödeckers, den Friedrich-Bödecker-Kreis in Niedersachsen. Hans Bödecker gehört dem Vorstand weiterhin an und ist Ehrenvorsitzender Bundesvereinigung der Friedrich-Bödecker-Kreise.